TechnikWissenswertes

Was ist ein FI-Schutzschalter? Einfach erklärt für Hausbesitzer & Mieter

Ein FI-Schutzschalter ist eine der wichtigsten Sicherheitseinrichtungen in Ihrer elektrischen Hausinstallation. Doch was genau steckt dahinter – und warum ist er so wichtig für Ihren Schutz?

In diesem Ratgeber erfahren Sie verständlich erklärt:

  • Was ein FI-Schutzschalter ist
  • Wie er funktioniert
  • Warum er Leben retten kann
  • Wann er vorgeschrieben ist
  • Was Sie tun sollten, wenn er auslöst

Was bedeutet FI-Schutzschalter?

Der Begriff FI steht für Fehlerstrom (früher auch „Fehlerstrom-Schutzschalter“). Die offizielle Bezeichnung lautet heute:

Residual Current Device (RCD)

Ein FI-Schutzschalter überwacht ständig den Stromfluss in einem Stromkreis. Sobald ein Fehlerstrom erkannt wird – also Strom, der nicht den vorgesehenen Weg nimmt – schaltet das Gerät innerhalb von Millisekunden automatisch ab.

Ziel: Schutz vor lebensgefährlichen Stromschlägen.

Wie funktioniert ein FI-Schutzschalter?

Ein FI-Schutzschalter vergleicht permanent:

  • den Strom, der hineinfließt
  • mit dem Strom, der zurückfließt

Normalerweise sind beide Werte identisch.

Wenn jedoch Strom über einen anderen Weg abfließt – zum Beispiel über den menschlichen Körper oder durch ein beschädigtes Kabel – erkennt der FI-Schalter diese Differenz.

Bereits bei einer Abweichung von 30 Milliampere (mA) schaltet er den Stromkreis sofort ab.

Die Abschaltzeit liegt meist unter 0,03 Sekunden.

Warum ist ein FI-Schutzschalter so wichtig?

Elektrischer Strom ist unsichtbar – aber extrem gefährlich. Bereits geringe Stromstärken können:

  • Herzrhythmusstörungen auslösen
  • Muskelverkrampfungen verursachen
  • Lebensbedrohlich sein

Ein FI-Schutzschalter kann genau hier Leben retten.

Besonders wichtig ist er in:

  • Badezimmern
  • Küchen
  • Außenbereichen
  • Kellern
  • Werkstätten

Überall dort, wo Feuchtigkeit eine Rolle spielt, steigt das Risiko.

Beitragsempfehlung der Redaktion: Notstromaggregat für Einfamilienhaus: Die perfekte Lösung für den Stromausfall?

Wann ist ein FI-Schutzschalter vorgeschrieben?

In Deutschland gilt:

Seit 2007 sind FI-Schutzschalter für alle neu installierten Steckdosen-Stromkreise verpflichtend.

In Neubauten sind sie heute Standard. Bei älteren Gebäuden kann eine Nachrüstung sinnvoll sein – insbesondere bei Renovierungen oder Modernisierungen.

Unterschied zwischen Sicherung und FI-Schutzschalter

Viele verwechseln den FI-Schalter mit einer normalen Sicherung. Doch beide haben unterschiedliche

Bauteil Schutzfunktion
Sicherung (LS-Schalter) Schutz vor Überlast & Kurzschluss
FI-Schutzschalter Schutz vor Fehlerstrom & Stromschlag
  • Eine Sicherung reagiert bei zu hoher Strombelastung.
    Ein FI reagiert bei gefährlichem Stromverlust.

Beide Systeme ergänzen sich.

Was tun, wenn der FI-Schutzschalter auslöst?

Wenn der FI-Schalter plötzlich abschaltet, sollten Sie ruhig bleiben und strukturiert vorgehen:

  1. Schalten Sie alle angeschlossenen Geräte aus.
  2. Versuchen Sie, den FI wieder einzuschalten.
  3. Falls er erneut auslöst, liegt vermutlich ein Defekt vor.
  4. Ziehen Sie nacheinander Geräte aus der Steckdose.
  5. Bleibt das Problem bestehen, kontaktieren Sie einen Elektriker.

Wichtig: Arbeiten an elektrischen Anlagen sollten nur von Fachpersonal durchgeführt werden.

Welche Arten von FI-Schutzschaltern gibt es?

Je nach Einsatzgebiet gibt es unterschiedliche Typen:

  • Typ A – für Haushalte (Standard)
  • Typ B – für Industrie & spezielle Geräte
  • Typ F – für moderne elektronische Geräte

Für Privathaushalte ist meist Typ A mit 30 mA üblich.

Wie testen Sie Ihren FI-Schutzschalter richtig?

Jeder FI-Schutzschalter besitzt eine Test-Taste (T).

So prüfen Sie die Funktion:

  • Drücken Sie die Test-Taste.
  • Der Schalter muss sofort auslösen.
  • Danach können Sie ihn wieder einschalten.

Empfehlung: Testen Sie Ihren FI-Schalter mindestens zweimal im Jahr.

Häufige Fragen zum FI-Schutzschalter

Ist ein FI-Schutzschalter lebensrettend?

Ja. Er reduziert das Risiko eines tödlichen Stromschlags erheblich.

Kann ich ohne FI-Schutzschalter wohnen?

In älteren Gebäuden ist das möglich, aber nicht empfehlenswert. Eine Nachrüstung erhöht Ihre Sicherheit deutlich.

Warum löst der FI bei Regen aus?

Feuchtigkeit kann Fehlerströme verursachen – besonders bei Außensteckdosen oder defekten Leitungen.

Fazit: Ein FI-Schutzschalter schützt Ihr Leben

Ein FI-Schutzschalter ist eine unverzichtbare Sicherheitseinrichtung in Ihrem Zuhause. Er erkennt gefährliche Fehlerströme innerhalb von Millisekunden und unterbricht die Stromversorgung sofort.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Installation auf dem neuesten Stand ist, lassen Sie diese von einem Elektriker überprüfen.

Ihre Sicherheit sollte immer an erster Stelle stehen.

Das könnte Ihnen auch gefallen